5.Offener Brief an unsere Kommunalpolitiker

5. Offener Brief: Datum: 19.01.2016
An alle Verantwortlichen und Mandatsträger
der Gemeinden Löhnberg, Merenberg und der Stadt Weilburg
Aktuelle Informationen aus Sicht der Bürgerinitiative „Windwahn Oberlahn“
Sehr geehrte Damen und Herren,
zunächst möchten wir Ihnen und Ihren Familien für das neue Jahr alles Gute und vor allem Gesundheit wünschen
sowie ein gutes Gespür für die in diesem Jahr anstehenden Entscheidungen, die Sie als Mandatsträger zu treffen
haben. Auch allen, die uns im letzten Jahr bei unserem Anliegen unterstützt haben, möchten wir hiermit ein
herzliches Dankeschön sagen.
Kurz vor der Kommunalwahl am 06.März haben sicherlich alle Parlamente und Verwaltungen der Kommunen noch
mehr als genug Probleme zu lösen, z.B. mit der Flüchtlingssituation und den Gemeindefinanzen, um nur einmal
zwei zu erwähnen,.
Da es aber z.B. in Weilburg kurzfristig auch noch um wichtige Entscheidungen zum Thema Wind-Strompolitik (Bau
des geplanten Windparks im Wald-Gebiet zwischen Löhnberg, Merenberg und Weilburg) geht, möchten wir Ihnen
gerne nachstehend noch einmal ein paar Fakten nahe bringen, die gegen einen Bau der Anlagen sprechen.
· Ein Windpark kann in unseren Breiten (zu geringe Windhöffigkeit – < 6 m/s und zu hohe Investitionskosten),
mit den ab 2016 geltenden EEG Bestimmungen, auf keinen Fall mit wirtschaftlichem Erfolg betrieben
werden (Aussage des Vorsitzenden des Verbandes der Windenergieindustrie)
· Für einen Investor bei einer Verpachtungsvariante gelten die gleichen Bedingungen und damit ebenfalls
schlechte wirtschaftliche Erfolgsaussichten. Dadurch birgt eine Verpachtung die hohe Gefahr nach
wenigen Jahren nicht mehr die zugesagten Pachterlöse zu bekommen (Investoren sind zumeist GmbH&Co
KG´s – diese haften bei Insolvenz oder Konkurs maximal mit nur 25.ooo,-€). Weiterhin sitzen dann die
Kommunen auf den erheblichen Rückbaukosten (300.000 bis 400.000 € pro Windrad)
· Die Zerstörung von Natur und der Kulturlandschaft, die durch den Bau der Anlagen stattfinden würde, ist in
keinem Verhältnis zum zweifelhaften Nutzen der Anlagen (über 15 Hektar Wald – ohne Zufahrtswege und
Anbindung an das Stromnetz würden gerodet), der Einfluss auf Fauna und Flora ist nicht absehbar.
Geschützte Vögel und Tiere (unter anderem Fledermäuse, Schwarzstorch und roter Milan) würden getötet
und vieles mehr
· Die im Bereich der geplanten Anlagen vorhandenen Bodendenkmäler des derzeit bekannten, größten
zusammenhängenden Siedlungsgebietes der Kelten in Deutschland (bis zu 10.000 Kelten haben hier
gelebt – von ca. 2000 vor Christus bis Christi Geburt – von der Bronzezeit bis zur Latenezeit), würde
unwiderruflich in seinem jetzigen Umfang zumindest stark beschädigt oder sogar ganz zerstört
· Menschen aus den umliegenden Dörfern hauptsächlich aus Waldhausen, Löhnberg, Barig-Selbenhausen
und Merenberg wären die Leidtragenden. Der durch die Windkraftanlagen erzeugte Infraschall (unter 20
Hz) und der im hörbaren tieffrequenten Bereich (20 – 100 Hz) liegende Schall, führt bei den Menschen
noch in ein paar Kilometern Entfernung zu gesundheitlichen Schäden. Blinklichter und Schlagschatten
geben den Anwohnern dann noch den Rest. Andere Länder lassen wegen dieser Gefahren für die
Anwohner den Bau von Windrädern nicht mehr zu (z.B. Dänemark, Norwegen, England und Australien)
oder schreiben erheblich größere Abstände zwischen Windkraftanlagen und der Wohnbebauung vor
· Menschen, die seit Generationen in den direkt betroffenen Ortsteilen leben, verlieren mit dem Bau eines
Windparks sofort ihre Lebensqualität und erleiden zudem noch einen erheblichen Wertverlust ihrer
Immobilien

· Des Weiteren hat ein von einigen Parteien und von den Bürgermeistern angestrebtes Bürgerbegehren in
dem die Bevölkerung über den Bau entscheiden soll, überhaupt nichts mehr mit Demokratie zu tun! Wie
kann es sein, dass Menschen aus Dörfern, die etliche Kilometer von den Windrädern entfernt leben über
den Bau mit abstimmen sollen, obwohl Sie von den gravierenden Nachteilen überhaupt nicht betroffen
sind. Wenn schon Demokratie dann richtig: Es stimmen nur die Bürger der angrenzenden Ortschaften
darüber ab, ob sie Windräder in ca. 1- 2 Kilometer von Ihrem Wohnhaus haben möchten oder nicht! Was
haben z.B. Obershäuser, Bermbacher, Drommershäuser, oder Reichenborner mit dieser Abstimmung zu
tun? Wären die betroffenen Orte wie Löhnberg, Barig-Selbenhausen, Merenberg und Waldhausen noch
selbstständig, wie vor 1970 dann wäre ein Gedanke, an eine Abstimmung hier wohl überflüssig! Über 1000
betroffene Bürger haben sich mittlerweile schon mit Ihrer Unterschrift gegen einen Bau der Windräder
ausgesprochen
· Strom aus Windkraftanlagen ist nicht grundlastfähig. Es wird nur Strom erzeugt wenn der Wind weht.
Daher müssen auch weiterhin erhebliche Mengen an konventionellen Kraftwerken vorhanden sein. Die
Ersparnis beim CO2 – Ausstoß ist besonders beim Bau von Windkraftanlagen in Waldgebieten, in keinem
Verhältnis zu den Verlusten an CO2 Speichermöglichkeit die durch das Fällen der Bäume verloren gehen.
Jeder Baum speichert Unmengen an CO2 und wandelt diesen in Sauerstoff um
Wir bitten Sie, bei Ihrer Entscheidung zum Bau des Windparks Oberlahn vor allem an die direkt Betroffenen zu
denken, die dann in unmittelbarer Nähe der geplanten Windkraftanlagen wohnen müssen.
Bevor Sie eine Entscheidung treffen, stellen Sie sich bitte auch einmal vor, Sie persönlich würden nur ca. 1000
Meter entfernt von einem dieser Windräder leben. Denken Sie bitte auch daran, unsere Kinder werden mit ihrer
Entscheidung die nächsten 20 Jahre konfrontiert und auch damit leben müssen.
Lassen Sie sich als selbstständig und vernünftig denkende Menschen bitte nicht von denen beeinflussen, die den
Bau von Windenergieanlagen um jeden Preis wollen. Wir haben auch den Eindruck, dass es bei dem Thema
Windpark manchen nur noch darum geht, das Angefangene mit aller Macht durchzusetzen und einigen Wenigen
geht es auch leider nur ums Geld. Die Investoren und Planer haben es vor allem darauf abgesehen, möglichst viel
von den Subventionen abzugreifen, die wir als Bürger über die ständig immer weiter ansteigenden EEG Umlage
bezahlen müssen.
Sollten Sie weitere Informationen wünschen oder Fragen haben, stehen wir und unser Team Ihnen gerne zur
Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen.
Die Sprecher der Bürgerinitiative „Windwahn Oberlahn“:
Isabelle Hardt, Manfred Heumann, Bernd Immel und Franz-Josef Reischmann

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